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Permessi di soggiorno · G

G — Permesso per frontalieri

Permesso per frontalieri — obbligo di rientrare settimanalmente, prassi cantonale, riferimento all’ALC.

Ultima verifica
18.05.2026
Legge in vigore al
01.01.2024
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G-Bewilligung — Grenzgängerbewilligung

Scope-Hinweis: Diese Seite ist eine Info-Only-Übersicht. SwissImmigrationPro v3 bietet keine vollständige Frontalier-Beratung. Das Grenzgänger-Regime — bestehend aus FZA, AIG, mindestens vier bilateralen Doppelbesteuerungsabkommen (DBA), EU-Verordnung 883/2004 zur Sozialversicherungskoordination und stark divergierender kantonaler Steuerpraxis — erfordert ein eigenständiges Produkt. Dieses wird im Rahmen von SIP v4 ausgearbeitet (siehe Master ADR §P2.1).

Wer als Frontalier:in individuelle Steuer- oder Sozialversicherungsberatung benötigt, wendet sich an eine:n Schweizer Steuerberater:in (treuhand) und/oder an eine fiskalisch qualifizierte Person im Wohnsitzstaat. Diese Doppelberatung ist nicht optional.

1 · Übersicht

Die G-Bewilligung — formell Grenzgängerbewilligung — ist der Schweizer Aufenthaltstitel für Personen, die in einem Nachbarstaat wohnen und in der Schweiz erwerbstätig sind. Sie unterscheidet sich grundlegend von der B- oder L-Bewilligung: G-Inhaber:innen begründen keinen Wohnsitz in der Schweiz und sind nicht in das Schweizer Melderegister einzutragen wie ordentliche Aufenthalter:innen.

Per Stand Ende 2024 hält das BFS rund 400'000 aktive G-Bewilligungen fest, mit folgender ungefährer geografischer Verteilung :

WohnsitzstaatGeschätzte G-Holders
Frankreich~360'000
Deutschland~30'000
Italien~15'000
Österreich~5'000
Fürstentum Liechtensteinwenige Hundert

Geografisch konzentriert sich das Phänomen auf die Kantone Genf (GE), Basel-Stadt (BS), Tessin (TI), Waadt (VD), Jura (JU) und Neuenburg (NE) — also auf die Grenzkantone zu FR, DE und IT.

Das Gesetz unterscheidet zwei rechtlich getrennte Regime:

  • G EU/EFTA — gestützt auf das Freizügigkeitsabkommen (FZA) Anhang I.
  • G Drittstaat — gestützt auf das Ausländer- und Integrationsgesetz (AIG) Art. 25, mit zusätzlichen kantonalen Voraussetzungen.

2 · Definition: Wer gilt als Grenzgänger:in?

Eine Person ist im rechtlichen Sinn Grenzgänger:in, wenn drei kumulative Bedingungen erfüllt sind:

  1. Wohnsitz im Ausland. Der zivilrechtliche Hauptwohnsitz (Lebensmittelpunkt) liegt in einem Nachbarstaat der Schweiz, nicht in der Schweiz selbst.
  2. Wöchentliche Rückkehr. Die Person kehrt mindestens einmal pro Woche an ihren ausländischen Wohnsitz zurück. Bleibt sie länger als eine Woche ohne Rückkehr in der Schweiz, kann die Bewilligungsbasis entfallen.
  3. Erwerbstätigkeit in der Schweiz. Sie übt eine unselbständige oder — beim EU/EFTA-Regime — selbständige Erwerbstätigkeit in der Schweiz aus.

Die wöchentliche Rückkehrpflicht ist konstitutiv. Wer sie nicht erfüllt, ist nicht Grenzgänger:in, sondern entweder kurz- oder dauerhaft aufenthaltsberechtigt (L, B) — mit allen damit verbundenen anderen Pflichten (Wohnsitzverlegung in die Schweiz, Krankenversicherungspflicht in der Schweiz, ordentliche Schweizer Quellenbesteuerung oder ordentliche Veranlagung etc.).

3 · G EU/EFTA — Regime nach FZA Anhang I

Rechtsgrundlage

  • FZA Anhang I Art. 7 — Definition Grenzgänger:in (unselbständig).
  • FZA Anhang I Art. 13 — Selbständige Grenzgänger:innen.
  • FZA Anhang I Art. 28 — Verfahrensbestimmungen.
  • VFP Art. 4 ff. — schweizerische Verordnung zur Umsetzung der FZA-Personenfreizügigkeit.

Voraussetzungen

  • Staatsangehörigkeit eines EU-27- oder EFTA-Mitgliedstaates (Norwegen, Island, Liechtenstein) — plus Sonderregeln für Kroatien (wurden Ende 2023 vollständig aufgehoben ).
  • Wohnsitz in einem EU/EFTA-Mitgliedstaat — nicht zwingend im direkten Nachbarstaat der Schweiz. Im Gegensatz zum Drittstaatsregime besteht für EU/EFTA-Bürger:innen keine Grenzzonenpflicht: Wohnsitz in Lissabon und Arbeit in Genf ist rechtlich zulässig, solange die wöchentliche Rückkehr gelebt wird (in der Praxis selten).
  • Wöchentliche Rückkehr an den Wohnsitz.
  • Stellenangebot oder selbständiger Aufnahmegrund in der Schweiz. Beim unselbständigen Erwerb genügt der Arbeitsvertrag; bei selbständiger Tätigkeit ist der Nachweis einer effektiven Erwerbstätigkeit erforderlich (Handelsregistereintrag, Geschäftsplan, MWST-Anmeldung etc.).

Geltungsdauer

  • 5 Jahre ab Ausstellung bei einem unbefristeten Arbeitsverhältnis.
  • Identisch zur Vertragsdauer (mindestens 3 Monate, maximal 12 Monate) bei einem befristeten Arbeitsverhältnis.
  • Verlängerung erfolgt grundsätzlich, sofern die Voraussetzungen weiter erfüllt sind. Nach längerer Erwerbslosigkeit (>6 Monate ohne Schweizer Erwerb) kann die Bewilligung erlöschen .

Arbeitgeber- und Tätigkeitswechsel

Innerhalb des FZA-Regimes ist der Wechsel von Arbeitgeber, Branche oder Tätigkeit bewilligungsfrei, also nicht genehmigungspflichtig. Es genügt eine Meldung an die zuständige kantonale Migrationsbehörde. Das ist einer der zentralen FZA-Vorteile gegenüber dem Drittstaatsregime.

4 · G Drittstaat — Regime nach AIG Art. 25

Rechtsgrundlage

  • AIG Art. 25 — spezifische Voraussetzungen für Drittstaat-Grenzgänger:innen.
  • AIG Art. 21 — Inländervorrang (verlangt, dass kein:e geeignete:r Bewerber:in aus dem Schweizer oder EU/EFTA-Arbeitsmarkt verfügbar ist).
  • AIG Art. 22 — Lohn- und Arbeitsbedingungen müssen orts-, berufs- und branchenüblich sein.
  • AIG Art. 23 — persönliche Voraussetzungen (Qualifikation, Berufserfahrung).
  • VZAE Art. 32 ff. — Ausführungsbestimmungen.

Voraussetzungen

  • Staatsangehörigkeit ausserhalb von EU/EFTA.
  • Daueraufenthaltsrecht im Nachbarstaat der Schweiz — d.h. die Person muss in DE, FR, IT oder AT ein unbefristetes Aufenthaltsrecht besitzen (kein touristischer oder befristeter Status).
  • Wohnsitz seit mindestens 6 Monaten in der Grenzzone des Nachbarstaates. Die Grenzzone ist nicht einheitlich definiert und variiert je nach Kanton und kantonaler Praxis .
  • Stellenangebot eines Schweizer Arbeitgebers, das den AIG-Anforderungen genügt (Art. 21–23).
  • Kantonale Bewilligung durch das kantonale Migrationsamt, mit Vorprüfung durch das kantonale Amt für Wirtschaft und Arbeit (Arbeitsmarktbehörde).
  • Inländervorrang wird ernsthaft geprüft. Der Arbeitgeber muss üblicherweise nachweisen, dass die Stelle bei RAV/EURES ausgeschrieben war.

Selbständige Erwerbstätigkeit ist im Drittstaatsregime grundsätzlich schwierig zu bewilligen — das AIG sieht primär den unselbständigen Erwerb vor.

Geltungsdauer

Die Geltungsdauer richtet sich primär nach der Vertragsdauer und beträgt im Regelfall 1 Jahr, mit Verlängerungsoption. Ein direkter Anspruch auf eine 5-Jahres-Bewilligung wie bei EU/EFTA besteht nicht.

Arbeitgeber- und Tätigkeitswechsel

Genehmigungspflichtig. Jeder Wechsel von Arbeitgeber, Beruf oder Tätigkeitsbereich erfordert eine neue Bewilligung — mit erneuter Inländervorrang-Prüfung. Das ist eines der einschneidendsten Unterschiede zum FZA-Regime.

5 · Steuerregime — komplex und treaty-abhängig

Warnhinweis: Die folgenden Angaben sind Allgemeininformationen, keine Steuerberatung. Die konkrete Veranlagung hängt von Wohnsitzkanton der Arbeit, Wohnsitzstaat, Familiensituation, Rückkehrhäufigkeit und individueller Treaty-Auslegung ab. Individuelle Steuerberatung ist obligatorisch.

Das Steuerregime ist das komplexeste Element der Grenzgängerschaft und unterscheidet sich grundlegend je nach Wohnsitzstaat:

Deutschland (DE)

  • DBA Schweiz–Deutschland vom 11. August 1971 (mehrfach revidiert).
  • Grundregel: Quellenbesteuerung in der Schweiz (Kanton der Erwerbsausübung) bei gleichzeitiger Besteuerung im Wohnsitzstaat — mit 4.5 %-Höchstsatz der schweizerischen Quellensteuer für reguläre Grenzgänger:innen.
  • 60-Nichtrückkehrtage-Regel: Bleibt die Person aus beruflichen Gründen mehr als 60 Tage pro Jahr nicht an den Wohnsitz zurück, kann der Status entfallen — mit Auswirkung auf das Besteuerungsrecht.
  • Wegzugsbesteuerung bei wesentlichen Beteiligungen ist gesondert zu prüfen.

Frankreich (FR)

  • Zwei verschiedene Regimes — eine historische Besonderheit:
    • Akkord FR–CH 1983 (für die Kantone BE, BS, BL, JU, NE, SO, VD, VS) — Besteuerung im Wohnsitzstaat Frankreich, mit Kompensationszahlung von FR an die betroffenen Schweizer Kantone (4.5 % der Bruttolöhne) .
    • Kanton Genf (GE) — Besteuerung am Arbeitsort Schweiz (Quellensteuer GE), mit Kompensationszahlung von GE an die französischen Grenzdepartements Ain (01) und Haute-Savoie (74).
  • 60-Nichtrückkehrtage-Regel ebenfalls relevant.
  • 2026-Reform: Ein revidiertes Abkommen über die Behandlung von Telearbeit (Homeoffice) ist seit 2023 unterzeichnet und befindet sich in der Umsetzung — bis zu 40 % Telearbeit pro Jahr ohne Verlust des Grenzgängerstatus .

Italien (IT)

  • Neues Grenzgängerabkommen Schweiz–Italien vom 23. Dezember 2020, in Kraft seit 17. Juli 2023.
  • Übergangsregime: Wer vor Inkrafttreten bereits Grenzgänger:in war ("alte Grenzgänger:innen"), bleibt nach dem alten System (Besteuerung ausschliesslich am Schweizer Arbeitsort, ohne italienische Nachbesteuerung).
  • Neuregime: Wer nach dem 17. Juli 2023 erstmals Grenzgänger:in wird, unterliegt der Besteuerung sowohl am Schweizer Arbeitsort (Quellensteuer 80 % des regulären Tarifs) als auch in Italien (mit Anrechnung).
  • Telearbeit: bis zu 25 % der Arbeitszeit im Wohnsitzstaat ohne Statusverlust .

Österreich (AT)

  • DBA Schweiz–Österreich vom 30. Januar 1974, revidiert.
  • Vergleichbar mit dem DE-Regime, mit gewissen Eigenheiten bei der 60-Tage-Regel.

In allen Fällen gilt: Das Wohnsitzstaat-Steuerrecht holt regelmässig nach, was im Quellenstaat Schweiz nicht abgeschöpft wurde — mit Anrechnungs- oder Befreiungsmethode je nach DBA-Artikel.

6 · Sozialversicherung — Koordination via EU-VO 883/2004

Für G EU/EFTA-Grenzgänger:innen gilt die EU-Verordnung 883/2004 über die Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit, übernommen in das FZA-Anhang II.

Grundregel

Sozialversicherungspflicht am Arbeitsort — also in der Schweiz. Damit fallen AHV/IV, ALV, BVG, UVG, EO und Familienzulagen unter Schweizer Recht.

Mehrfacherwerb

Bei Erwerbstätigkeit in mehreren Staaten gelten Sonderregeln (Art. 13 VO 883/2004):

  • >25 % der Erwerbstätigkeit im Wohnsitzstaat → Sozialversicherungspflicht im Wohnsitzstaat, nicht in der Schweiz.
  • Diese 25 %-Schwelle ist kritisch für Telearbeit-Konstellationen: Wer mehr als einen Tag pro Woche im französischen, deutschen, italienischen oder österreichischen Homeoffice arbeitet, kann unter Wohnsitzstaat-Sozialversicherung fallen.

Telearbeit-Sondervereinbarung

Seit 1. Juli 2023 gilt eine multilaterale Rahmenvereinbarung zur Telearbeit zwischen mehreren EU/EFTA-Staaten — sie erlaubt bis zu 49.9 % Telearbeit im Wohnsitzstaat, ohne dass die Sozialversicherungspflicht in den Wohnsitzstaat wechselt . Voraussetzung: Antrag (A1-Bescheinigung) bei der zuständigen Behörde.

Drittstaat-G

Für Drittstaat-Grenzgänger:innen existieren bilaterale Sozialversicherungsabkommen zwischen der Schweiz und einzelnen Drittstaaten. Hier ist der Anwendungsbereich enger und individuell zu prüfen.

7 · Krankenversicherung — das "Optionsrecht"

Das Optionsrecht nach FZA Anhang II ist eine der wichtigsten administrativen Entscheidungen der Grenzgänger:in.

Grundregel

Erwerbstätige in der Schweiz sind grundsätzlich versicherungspflichtig in der Schweiz (KVG, obligatorische Krankenpflegeversicherung).

Wahlrecht

Grenzgänger:innen mit Wohnsitz in DE, FR, IT, AT oder einem anderen EU/EFTA-Staat haben innerhalb von drei Monaten ab Stellenantritt ein einmaliges Optionsrecht:

  • Option A: Versicherung nach Schweizer KVG (Schweizer Versicherer, CHF-Prämien, Behandlungen primär in der Schweiz; Behandlungen im Wohnsitzstaat über Formular S1/E106 und EU-Koordination).
  • Option B: Versicherung im Wohnsitzstaat (z.B. französische CMU, deutsche gesetzliche Krankenversicherung, italienische SSN), mit Abdeckung in der Schweiz über Formular S1/E106.

Die Wahl ist grundsätzlich endgültig und kann nur bei bestimmten Lebensereignissen revidiert werden (Statuswechsel, Wohnsitzwechsel, Heirat etc.) .

Familienangehörige

Familienangehörige (Ehepartner:innen, Kinder) folgen in der Regel der gewählten Option der erwerbstätigen Person — mit kantonalen Eigenheiten.

8 · Anmeldung — Verfahren

G EU/EFTA

  1. Stellenantritt und Vorlage des Arbeitsvertrags.
  2. Antragstellung beim kantonalen Migrationsamt (in den meisten Kantonen) oder durch den Arbeitgeber via Online-Portal (ZEMIS/EasyGov), je nach Kanton.
  3. Vorlage von: Reisepass/ID, Wohnsitznachweis im Ausland (Mietvertrag, Steuerbescheid, Meldebestätigung), Arbeitsvertrag, ggf. Auszug aus dem Strafregister des Wohnsitzstaates.
  4. Ausstellung des G-Bewilligungsausweises (ehemals "Plastikkarte", neu biometrischer Ausländerausweis) — Bearbeitungsdauer 2–8 Wochen je nach Kanton .

G Drittstaat

  1. Stellenangebot.
  2. Arbeitgeber stellt den Antrag beim kantonalen Migrationsamt mit Vorprüfung durch die kantonale Arbeitsmarktbehörde.
  3. Inländervorrang-Nachweis (RAV/EURES-Ausschreibung).
  4. Lohn- und Qualifikationsprüfung (AIG Art. 22 / 23).
  5. Nach kantonaler Genehmigung: Ausstellung des G-Ausweises.
  6. Bearbeitungsdauer 3–6 Monate, in komplexen Fällen länger.

In beiden Fällen ist nach Stellenantritt ggf. eine Meldung beim Einwohneramt der Arbeitsgemeinde erforderlich — diese Meldepflicht ist kantonal/kommunal unterschiedlich geregelt.

9 · Wechsel des Arbeitgebers oder der Tätigkeit

RegimeArbeitgeberwechselBranchenwechselSelbständigkeit
G EU/EFTAMeldung genügtMeldung genügtNeuanmeldung als Selbständige:r möglich
G DrittstaatNeue Bewilligung nötigNeue Bewilligung nötigSehr restriktiv, meist nicht bewilligt

Beim FZA-Regime kann die Bewilligung in den ersten 12 Monaten an den ursprünglichen Arbeitgeber gebunden sein, danach voll mobil — Praxis variiert kantonal .

10 · Übergang G → B?

Verlegt eine G-Inhaber:in ihren Wohnsitz dauerhaft in die Schweiz, erlischt die G-Bewilligung mit dem Wegfall der wöchentlichen Rückkehr. Es ist eine B-Bewilligung zu beantragen — der Übergang erfolgt nicht automatisch.

Zentrale Punkte:

  • Antrag bei der kantonalen Migrationsbehörde, vor Wohnsitznahme oder unverzüglich danach.
  • EU/EFTA-Bürger:innen haben nach FZA Anhang I Art. 6 grundsätzlich Anspruch auf eine B-Bewilligung bei vorliegendem Schweizer Arbeitsverhältnis von ≥12 Monaten.
  • Drittstaat-Bürger:innen müssen die ordentlichen B-Voraussetzungen nach AIG Art. 18 ff. erfüllen — was deutlich höhere Hürden bedeutet.
  • Steuerliche Folgen: Der Wohnsitzwechsel führt zur ordentlichen Steuerpflicht in der Schweiz (Veranlagung statt Quellensteuer ab CHF 120'000 Bruttojahreseinkommen), mit zugehörigen Wegzugsbesteuerungs-Themen im bisherigen Wohnsitzstaat.
  • Sozialversicherung: Wechselt mit dem Wohnsitz; bestehende Vorsorge-Guthaben (BVG) bleiben bestehen.

Cross-Reference: → permits/permit_b_resident.md für die ordentlichen B-Voraussetzungen.

11 · Warum hat SIP v3 noch keine Vollabdeckung für Frontaliers?

Die Entscheidung, Frontaliers in v3 nur als Info-Only-Seite zu führen und ein eigenständiges Produkt erst in SIP v4 zu lancieren, ist bewusst getroffen (Master ADR §P2.1):

  1. Distinkte Rechtsregime. Die Frontalier-Welt operiert primär auf FZA + DBA + EU-VO 883/2004 + kantonale Steuerpraxis — vier orthogonale Rechtsquellen mit jeweils eigener Logik. Das B/C/Naturalisations-Produkt von SIP v3 deckt diese Quellen nicht ab.

  2. Steuerliche Komplexität. Die DBA-spezifischen Steuerfragen (60-Tage-Regel, Akkord 1983, GE-Sonderregelung, IT-Übergangsregime, Telearbeitsschwellen) erfordern steuerliche Tiefenkenntnis — nicht ausländerrechtliche.

  3. Erhebliche Nutzerzahl. Mit ~400'000 G-Holders in der Schweiz rechtfertigt das Thema ein eigenes Produkt mit eigener Pricing- und Beratungslogik — kein angehängtes Kapitel im B-Produkt.

  4. Andere User-Journey. Frontalier:innen interagieren primär mit Steuer- und Sozialversicherungsthemen, nicht mit Familiennachzug, Naturalisation oder Integrationsanforderungen — die zentralen B/C-Themen.

  5. Andere Berater:innen. Frontalier-Beratung bedingt häufig die Doppelqualifikation Schweizer Recht + Wohnsitzstaat-Steuerrecht, was eine andere Beraterstruktur erfordert.

Cross-Reference: → framework/fw_fza_vfp_glossary.md für FZA-Allgemeines · → framework/fw_aig_vzae_glossary.md für AIG-Drittstaat-Grundlagen · → die bilaterals/bi_*-Reihe für DBA-Detailfragen (sofern in v3 vorhanden) .

12 · Cross-References

  • framework/fw_aig_vzae_glossary.md — AIG-Grundlagen, insbesondere Art. 25 und Art. 21–23 für Drittstaat-Grenzgänger:innen.
  • framework/fw_fza_vfp_glossary.md — Freizügigkeitsabkommen, Personenfreizügigkeit, Anhang I Art. 7/13/28.
  • permits/permit_b_resident.md — bei Übergang G → B.
  • permits/permit_l_short_stay.md — Abgrenzung Kurzaufenthalt vs. Grenzgänger:in .
  • bilaterals/bi_* — bilaterale Doppelbesteuerungsabkommen DE/FR/IT/AT (sofern in v3 als eigene Reihe geführt).

13 · Anti-Scope · Was SIP v3 NICHT leistet

Hart definierte Grenzen dieses Inhalts:

  • Keine individuelle Steuerberatung. Konkrete Steuerveranlagungen, 60-Tage-Berechnungen, Pauschalsteuer-Optimierung oder DBA-Anrechnungsfragen sind Sache eines/einer Schweizer Steuerberater:in (treuhand) und/oder einer fiskalisch qualifizierten Person im Wohnsitzstaat.
  • Keine sozialversicherungsrechtliche Einzelfallbeurteilung. A1-Bescheinigung, 25-%-Schwelle, Telearbeitsvereinbarung-Anwendbarkeit, BVG-Optimierung etc. sind nicht im Scope.
  • Keine arbeitsrechtliche Vertretung. GAV-Anwendung, Lohnvergleich-Berechnungen, Schweizer Mindestlohnfragen liegen nicht im ausländerrechtlichen Scope dieser Seite.
  • Keine Eligibility-Prediction. SIP v3 sagt nicht voraus, ob eine konkrete G-Anmeldung "klappen wird" — die kantonale Migrationsbehörde entscheidet im Einzelfall, und beim Drittstaat-G zusätzlich die kantonale Arbeitsmarktbehörde.
  • Keine Wohnsitzstaat-Beratung. Französische CMU-Anmeldung, deutsche Krankenkassen-Wahl, italienische SSN-Eintragung oder österreichische ÖGK-Themen werden nicht abgedeckt.
  • Keine v4-Frontalier-Funktionen. Steuerrechner, DBA-Wechselassistent, Telearbeit-Compliance-Check, Kantonsvergleich-Lohn-vs.-Quellensteuer-Tabellen sind in v4 geplant — nicht in v3 verfügbar.

Wer als Frontalier:in trotz dieser Einschränkungen eine erste Orientierung sucht, findet auf dieser Seite die rechtlichen Grundzüge. Für jede konkrete Massnahme — Anmeldung, Optionsrechtswahl, Steuerveranlagung — ist eine qualifizierte Einzelfallberatung durch entsprechende Berufsträger:innen unverzichtbar.

Autor:in: SwissImmigrationPro AI-DRAFT · Reviewer: Andrea von Flüe (Barreau de Genève), Signoff pending · Stand der Gesetzgebung: 01.01.2024 · Letzte Überprüfung: 2026-05-18 · Anti-Scope-Hinweise gemäss ADR-014 D2/D3 · Tier A gemäss ADR-015 D1.

Domande frequenti

3 risposte sul tema.

Domande concrete che vengono poste spesso su G — Permesso per frontalieri.

Porre la mia domanda

Cittadini di Stati UE/AELS residenti nella zona di confine UE/AELS e in possesso di un contratto di lavoro svizzero (ALC). I cittadini di Stati terzi che lavorano come frontalieri devono inoltre risiedere nel paese limitrofo da almeno sei mesi.

Articoli di legge

3 articoli di legge, ciascuno collegato direttamente.

  1. 01FEDLEX

    FZA Anhang I (für EU/EFTA-G)

    https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/2002/243/de
  2. 02FEDLEX

    AIG Art. 25 (für Drittstaat-G)

    https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/2007/758/de
  3. 03SEM

    SEM G-Bewilligung EU/EFTA

    https://www.sem.admin.ch/sem/de/home/themen/fza_schweiz-eu-efta/eu_efta_buerger_schweiz/grenzgaengerbewilligung_eu_efta.html